Anleitung Content-Audit: So analysierst und verbesserst du deine Social-Media-Posts und Blogartikel

Mal ehrlich, wenn’s darum geht, deine Content-Marketing-Ziele zu erreichen, ist doch meistens der erste Impuls, neuen Content zu kreieren, oder? Dabei vergessen viele, in gewissen Abständen ihre bestehenden Inhalte auf dem Blog, in Social Media oder im Newsletter genauer zu analysieren und zu optimieren.

Welche Themen interessieren deine Follower*innen wirklich? Welche Content-Formate bevorzugen sie? Von welchem Content solltest du unbedingt mehr machen?

Um den Erfolg deiner Content-Marketing-Strategie zu überprüfen und deinen Content-Plan entsprechend anzupassen, brauchst du von Zeit zu Zeit ein Content-Audit. Was ein Content-Audit genau ist und wie du es ganz easy durchführst, erfährst du in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Anleitung Content-Audit: So analysierst und verbesserst du deine Social-Media-Posts und Blogartikel

Was ist ein Content-Audit?

Ein Content-Audit ist eine systematische Bestandsaufnahme, bei der du deinen bestehenden Content analysierst und bewertest. Dabei geht es unter anderem um die Inhalte auf deiner Website (Blogartikel), in Social Media (Instagram-, Facebook-Posts etc.) und in deinem Newsletter.

Aus den Ergebnissen kannst du schließen, wie gut deine Content-Marketing-Strategie funktioniert, welcher Content am beliebtesten ist und welcher nicht so gut ankommt. Du findest heraus, welche Themen für deine Zielgruppe besonders spannend sind und welche Formate, Designs und Texte sie bevorzugt. Dadurch kannst du deine Content-Marketing-Strategie anpassen und deinen Content optimieren.

3 gute Gründe für ein Content-Audit

Durch ein Content-Audit …

  • überprüfst du den Erfolg deiner Content-Marketing-Strategie: Eine Strategie ist nie in Stein gemeißelt. Deshalb solltest du immer mal überprüfen, ob du auf dem richtigen Weg bist oder deine Content-Marketing-Strategie anpassen musst.
  • verbesserst du deinen Content und machst mehr von dem, was gut funktioniert: Nur wenn du dir regelmäßig anschaust, was gut funktioniert und was nicht, kannst du deinen Content verbessern.
  • sparst du zukünftig Zeit, weil du deinen Content effektiver nutzen kannst (Content-Recycling): Du siehst, welche Inhalte du in einem anderen Format oder auf einer anderen Plattform recyceln kannst, ohne komplett neuen Content zu kreieren.

Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn du dir nicht anschaust, welche Inhalte gut performen, wirst du Zeit und Energie verschwenden. Weil du keine Rückschlüsse aus deinem besten Content ziehst, wirst du ihn nicht optimal weiterverwenden und nicht mehr von diesen Inhalten erstellen.

Wie du ein Content-Audit durchführst

Die 4 Schritte meines Content-Audits kannst du für alle möglichen Content-Typen durchführen. Ich zeige sie dir am Beispiel von Social-Media-Posts und Blogartikeln.

Content-Audit deiner Social-Media Posts
Schritt 1: Identifiziere deine Ziele

Damit du ein erfolgreiches Content-Audit mit konkreten Ergebnissen durchführen kannst, brauchst du erst mal klare Ziele. Was willst du mit dem Content-Audit erreichen? Ein Content-Audit deiner Social-Media-Posts hat das Hauptziel, die Interaktion, das Engagement deiner Community zu erhöhen.

Dazu gehört, dass du die Content-Formate und -Arten mit dem meisten Engagement bestimmst und die Themen findest, die deine Follower*innen am meisten interessieren.

Schritt 2: Sammle die wichtigsten Kennzahlen

Dann geht es los mit dem Datensammeln. Dafür nutzt du die Analytics der Social-Media-Plattformen, zum Beispiel die Insights bei Instagram und Facebook, und sammelst die wichtigsten Zahlen. Engagement-Kennzahlen sind:

  • Likes
  • Kommentare
  • gespeicherte Posts
  • Erwähnungen

Lass dir das Ranking der Posts nach diesen Kennzahlen anzeigen. Wähle zum Beispiel die letzten 6 Monate als Zeitraum in den Instagram-Insights aus. Mach dir Screenshots dieser Rankings oder erfasse die Zahlen in einer Tabelle.

Schritt 3: Analysiere deinen Content

Wenn du deine 10 beliebtesten Posts gefunden hast, geht es darum, Rückschlüsse aus diesen Ergebnissen zu ziehen. Was haben diese Posts gemeinsam? Dafür kannst du verschiedene Bewertungskriterien verwenden:

  • Content-Format: Bild, Audio, Video, Infografik
  • Thema des Posts
  • Gestaltung/Design des Posts
  • Aufbau und Inhalt des Beitragstextes: Einstieg, Fragen, Call-to-Action etc.

Übersicht Kriterien Content-Audit Social-Media-Posts

Erstelle eine Übersicht, in der du die Post-URLs (in der Desktop-Version von Instagram und Facebook zu sehen) und diese Kriterien erfasst. So findest du schneller Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Schritt 4: Optimiere deinen Content

Entscheide dann anhand deiner Erkenntnisse, was mit deinem Content passieren soll.

  • Behalten und recyceln: Die Posts, die super funktionieren, solltest du weiterverwenden. Nutze sie auch auf anderen Kanälen und/oder recycel sie in einem anderen Format. Du kannst zum Beispiel aus einem Bild-Text-Post ein Video oder eine Infografik erstellen.
  • Verbessern: Posts, die nicht so viel Interaktion hervorgerufen haben, aber grundsätzlich gut sind, kannst du optimieren. Schau dir bei deinen beliebtesten Posts ab, was du verbessern kannst.
  • Verwerfen: Mach weniger von Posts, die nicht gut funktionieren und die du nicht verbessern kannst. Du solltest aber nicht gleich nach einem Post, bei dem du etwas Neues ausprobiert hast (Thema, Design, Aufbau), das Handtuch werfen. Manchmal braucht es auch ein bisschen Zeit, bis sich neue Formate und Themen etablieren.

 

Content-Audit deiner Blogartikel
Schritt 1: Identifiziere deine Ziele

Für Website-Inhalte wie Blogartikel hast du dank SEO- und Analyse-Tools viel mehr Daten zur Verfügung, die du auswerten kannst. Dadurch kannst du dir auch verschiedene Ziele für dein Content-Audit setzen:

Ziel 1: Besser bei Google gefunden werden (Suchmaschinenoptimierung, SEO)

  • die Blogartikel finden, die die größte Chance haben, ganz vorne bei Google zu ranken
  • veraltete Blogartikel finden, die aktualisiert werden müssen
  • deine bestehenden internen Links überprüfen und optimieren

Ziel 2: Die Interaktion deiner Blogleser*innen erhöhen

  • die Blogartikel finden, mit denen deine Website-Besucher*innen am meisten interagieren
  • die Themen finden, die sie am meisten interessieren
  • die Art von Blogposts bestimmen, die am meisten in Social Media (Facebook, LinkedIn, Twitter, Pinterest etc.) geteilt werden
Schritt 2: Sammle die wichtigsten Kennzahlen

Dein Ziel bestimmt, welche Kennzahlen du dir näher anschaust. Du kannst natürlich auch alle Daten sammeln, falls du ein umfassendes Content-Audit machen willst. Google Analytics und Ubersuggest sind für das Content-Audit von Website-Content hilfreiche kostenlose Tools.

Wenn du zum Beispiel die beliebtesten Blogartikel-Themen finden willst, solltest du dir das Nutzerverhalten und die Engagement-Kennzahlen anschauen.

Kennzahlen für Nutzerverhalten:

  • Seitenaufrufe (zu finden in Google Analytics unter: Verhalten > Website-Content > Alle Seiten)
  • Verweildauer auf der Seite (Google Analytics: Verhalten > Website-Content > Alle Seiten)
  • Absprungrate (Google Analytics: Verhalten > Website-Content > Alle Seiten)

Engagement-Kennzahlen:

  • Verweise aus Social Media (zu finden in Google Analytics unter: Akquisition > Soziale Netzwerke > Übersicht)
  • Kommentare unter deinen Blogartikeln

 

Willst du die Suchmaschinenoptimierung (SEO) deiner Blogartikel verbessern, überprüfst du die SEO-Kennzahlen:

  • Seitenaufrufe organisch (zu finden in Google Analytics unter: Akquisition > Alle Zugriffe > Channels > Organic Search > Landingpage)
  • Verweildauer auf der Unterseite (Google Analytics: Verhalten > Website-Content > Alle Seiten)
  • Absprungrate auf der Unterseite (Google Analytics: Verhalten > Website-Content > Alle Seiten)
  • Keywords, unter denen du gefunden wirst (Google Analytics: Akquisition > Alle Zugriffe > Channels > Organic Search > Keyword oder Ubersuggest: Traffic Analyzer > Keywords)
  • Backlinks – Links, die auf deine Website verweisen: Wie oft wurde dein Blogartikel von anderen Websites erwähnt und verlinkt? (Google Analytics: Akquisition > Alle Zugriffe > Channels > Referrals)

Lass dir diese Kennzahlen für die letzten 3 bis 6 Monate anzeigen. Dann hast du einen längeren Zeitraum im Blick, der aber nicht zu weit in der Vergangenheit liegt.

Schritt 3: Analysiere deinen Content

Suche dir mithilfe der Engagement-Kennzahlen und der Kennzahlen für das Nutzerverhalten deine 5 bis 10 beliebtesten Blogartikel heraus und analysiere sie zum Beispiel nach folgenden Kriterien:

  • Thema des Blogartikels
  • Format des Blogartikels: Ratgeber, List-Post, Anleitung, Fallstudie etc.
  • Anzahl der Wörter
  • Aufbau und Struktur: Zwischenüberschriften, Fotos, Grafiken, Videos, Call-to-Action, interne Verlinkungen, Aufzählungen etc.

Erstelle eine Übersicht, in der du die Blogartikel-URLs und diese Kriterien erfasst, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei deinen Top 10 zu finden.

Übersicht Kriterien Content-Audit Blogartikel

Schritt 4: Optimiere deinen Content

Danach entscheidest du, was diese Erkenntnisse für deinen Content bedeuten.

  • Aktualisieren: Sind ältere Blogartikel unter deinen Top 10, ist es gut möglich, dass du sie aktualisieren musst. Weil es mittlerweile neue Erkenntnisse zum Thema X gibt oder du Zahlen verwendest, die nicht mehr aktuell sind.
  • Behalten und recyceln: Wenn der Blogpost nicht aktualisiert werden muss, überlege ob du ihn als Teil deiner Content-Marketing-Strategie weiterverwenden kannst – in einem anderen Format (zum Beispiel als Video) und/oder auf einer anderen Plattform (als Content-Häppchen in Social Media).
  • Verlängern: Kannst du vielleicht aus dem einen oder anderen gut laufenden Blogpost eine Serie machen? Aus „X Tipps für …“ können auch weitere Tipps in einem neuen Blogartikel werden.
  • Löschen: Wenn du auf Blogartikel stößt, die älter sind und kaum Traffic bekommen haben, ein Update aber nicht möglich oder zu aufwendig ist, dann ist das Löschen auch eine Option. Achte dann aber darauf, dass du eine Weiterleitung der Blogartikel-URL zu einer anderen URL auf deiner Website einrichtest, damit keine Fehler-Seite entsteht.

Ja, für ein Content-Audit musst du dir ein wenig Zeit nehmen. Wenn du es aber regelmäßig machst, ist es gar nicht mehr so aufwendig. Ich schaue mir zum Beispiel bei meiner Monats-Content-Planung immer mit die besten Posts im vergangenen Monat an und nutze die Erkenntnisse für die neuen Posts.

Auf jeden Fall ist es wichtig, dass du beim Content-Marketing nicht im Blindflug unterwegs bist und einfach immer neuen Content erstellst. Ohne zu schauen, was gut funktioniert und was nicht. Dadurch verschwendest du letztendlich viel mehr Zeit und Energie, als wenn du dir regelmäßig die wichtigsten Zahlen anschaust.

3 Comments

  • Hallo Heike,
    da sprichst du was an! Eine regelmäßige Überprüfung des eigenen Contents ist so wichtig und hilfreich und spart letztendlich auch richtig Zeit, die eine Neuerstellung eben kostet.

    Vielen Dank für den tollen Artikel!

    Liebe Grüße Magdalena

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