Content-Recycling: Wie du das meiste aus deinem bestehenden Content herausholst und immer genug Content hast

„Ich will meine Follower*innen nicht langweilen oder nerven.“

„Ich kann doch nicht schon wieder oder auch noch auf einer anderen Plattform über dasselbe Thema sprechen.“

Sind dir solche Sätze vielleicht auch schon mal in den Sinn gekommen?

Viele Selbstständige und Unternehmen, die Content-Marketing nutzen, machen viel zu wenig aus ihren Blogartikeln (oder Videos oder Podcast-Folgen). Sie verwenden ihren vorhandenen Content nicht mehrfach.

Der Blogartikel wird vielleicht noch als Link bei Facebook geteilt und in einem Instagram-Post darauf hingewiesen. Aber das war’s dann auch schon bei den meisten.

Dadurch machst du dir viel zu viel Arbeit und verschwendest deine Zeit und Energie. Durch Content-Recycling kannst du dagegen deine bestehenden Inhalte wiederverwerten. In diesem Blogartikel zeige ich dir, wie du mit wenig Aufwand mehr nützlichen Content erstellst.

Content-Recycling: Wie du das meiste aus deinem bestehenden Content herausholst

Warum du deinen Content mehrfach verwenden solltest

Dass viele Selbstständige mit Content-Marketing überfordert sind, liegt unter anderem an einem großen Irrtum: Sie glauben, dass man für seinen Blog, Newsletter und die verschiedenen Social-Media-Kanäle immer wieder neue und unterschiedliche Themen braucht.

Das ist nicht so. Vielmehr geht es darum, deinen wichtigsten Content in verschiedenen Formaten zu verbreiten und nicht immer wieder das Rad neu zu erfinden.

7 gute Gründe für Content-Recycling
1. Neue Follower*innen

Es kommen immer wieder neue Follower*innen dazu (wenn du die richtigen Themen hast). Und die wenigsten scrollen bei Instagram, Facebook oder LinkedIn durch deinen Feed und schauen sich erst mal alle alten Beiträge an.

2. Wiederholung hilft

Menschen müssen Dinge öfter lesen und hören, bevor diese ins Bewusstsein rücken und sich verfestigen. Deine Follower*innen beschäftigen sich nämlich nicht die ganze Zeit mit deinem Thema. Einmal gehört oder gelesen ist in diesem Falle keinmal.

3. Nicht auf allen Plattformen

Deine Fans und Follower*innen folgen dir selten auf allen PlattformenSie verfolgen nicht 24 Stunden lang, was du online tust. Wir nehmen uns da manchmal selbst ein bisschen zu wichtig.

4. Nicht an alle ausgespielt

Selbst deinen Fans und Follower*innen werden deine Inhalte nicht immer angezeigt – sie sehen nur einen Bruchteil deines ContentsDie Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass sie etwas verpassen.

6. In Social Media bleiben

Nutzer*innen verlassen Social-Media-Plattformen eher selten, um zum Beispiel deinen Blogartikel zu lesen. Die Social Networks, vor allem Instagram, tun alles dafür, um Nutzer*innen auf der Plattform zu halten (keine Beiträge mit Links).

6. Verschiedene Vorlieben bedienen

Es gibt verschiedene Vorlieben, Content zu konsumieren – die einen lesen gerne Blogartikel, die anderen schauen lieber Videos. Stellst du deinen Content in verschiedenen Formaten zur Verfügung, kann ihn jede*r konsumieren, wie sie*er will.

7. Nicht immer Zeit für alle Formate

Neben den Vorlieben spielen auch Zeit und Ort eine Rolle. Manche*r hat gerade keine Zeit für ausführliche Inhalte und freut sich über ein kurzes knackiges Content-Häppchen in Social Media. Oder kann gerade kein Video mit Ton anschauen und „scannt“ lieber einen Blogartikel.

Du siehst: Wenn du deinen Content mehrfach verwendest, erhöhst du also die Chance, mit deinen Inhalten bestehende Follower*innen zu erreichen und neue dazuzugewinnen.

Was ist Content-Recycling beziehungsweise Content-Repurposing?

Content-Recycling (wird mehr im deutschsprachigen Raum genutzt) beziehungsweise Content-Repurposing (wird eher im englischsprachigen Raum genutzt) bedeutet, dass du das meiste aus deinem bestehenden Content herausholst und ihn in einem neuen Format weiterverwendest, um seine Reichweite und Lebensdauer zu vergrößern.⁣⁠ Es spielt aber auch bei der Planung von neuem Content eine Rolle.

Was damit nicht gemeint ist, dass du auf deiner Website Duplicate-Content erzeugst. Also einfach die gleichen Inhalte in mehreren Blogartikeln oder auf mehreren Unterseiten verwendest. Alte Beiträge noch mal zu posten, hat ebenfalls nichts mit Content-Recycling oder Content-Repurposing zu tun. Genauso wenig einen Beitrag auf verschiedenen Kanälen zu posten – das nennt man Cross-Channel-Marketing.

Was ist Content-Recycling? Und was nicht?

 

Beim Content-Recycling denkst du deinen besten Content neu. Du zeigst einem bestehenden oder neuen Publikum deine wichtigsten Inhalte immer wieder auf kreative und nützliche Weise. Content-Recycling ist also mehr als nur „aufgewärmte“ Inhalte.

Die Vorteile von Content-Recycling liegen auf der Hand:

  • Du sparst Zeit, weil du Inhalte nicht komplett neu erstellst.
  • Du vergrößerst deine Reichweite, weil du auf zusätzlichen Plattformen und mit anderen Formaten mehr Menschen erreichst.
  • Du schärfst deine Positionierung, indem du für bestimmte Themen immer mehr als Experte wahrgenommen wirst.

Ähnlich wie bei der 80-20-Regel (Pareto-Prinzip) ist es auch beim Content-Marketing wichtig, dass du mit wenig Aufwand den größten Teil der angepeilten Ergebnisse erreichst. Das heißt, du erstellst nicht einfach nur immer mehr Content, sondern optimierst die richtigen Inhalte.

Wie du die richtigen Inhalte zum Recyceln findest

Du solltest Content-Recycling sowohl bei bestehenden Inhalten anwenden als auch bei neuen. Wenn du schon viele Blogartikel, Videos, Podcast-Folgen und Social-Media-Posts veröffentlicht hast, fragst du dich vielleicht, wo du am besten anfängst. Ganz einfach: Du analysierst deinen vorhandenen Content.

Schau dir mithilfe von Analyse-Tools die Seiten und Artikel an, die auf deiner Website am häufigsten aufgerufen werden und die längste Verweildauer haben. Welche Blogartikel haben die meisten Kommentare? Welche Social-Media-Posts werden am meisten gelikt, geteilt, kommentiert und gespeichert? Diese Signale geben dir einen Hinweis darauf, welchen Content du als Erstes wiederverwerten solltest.

Generell kannst du jede Art von Content fürs Recycling nutzen – am besten eignet sich jedoch Longform-Content wie Blogartikel, längere Videos, Podcast-Episoden, E-Books etc. Schon allein, weil du mehr Content (Text, Bild, Video, Audio) zum Recyceln zur Verfügung hast.

13 Content-Recycling-Ideen, wie du deinen Content clever weiterverwendest

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, Content mehrfach zu nutzen. Hier findest du 13 Ideen für Content-Recycling:

1) Einzelne Tipps des Blogartikels als Social-Media-Beiträge posten: Zerlege deinen Blogartikel in seine Einzelteile (Micro-Content) und poste die einzelnen Tipps bei Instagram und Facebook. Ein gut strukturierter Blogartikel mit Sinnabschnitten und Zwischenüberschriften für die einzelnen Tipps ist dafür die Basis.

2) Zitate und Headlines aus Blogartikeln für Social Media verwenden: Welche Sätze aus dem Blogartikel eignen sich als knackige Statements? Diese kannst du genau wie die Zwischenüberschriften auf einem Bild oder farbigen Hintergrund bei Facebook, Instagram und Pinterest posten.

3) Alte Social-Media-Posts mit neuem Bild und neuer Textbeschreibung reposten: Gerade bei Facebook verschwinden deine Beiträge schneller, als sie alle deine Fans gesehen haben. Nach einer Weile kannst du ältere Posts mit neuem Bild und Text reposten.

4) Eine Serie aus beliebten Blogartikeln erstellen: Du verlängerst deine beliebtesten Blogartikel, indem du eine Serie daraus machst. List-Posts oder Tipps-Blogartikel eignen sich dafür besonders gut. Aus „10 Ideen für …“ können auch einfach mehr Ideen in einem weiteren Blogartikel werden.

5) Alte Blogbeiträge aktualisieren: Gibt es neue Entwicklungen zu einem Thema? Aktualisiere ältere Blogartikel mit neuen Infos, behalte aber die URL bei. So entsteht Evergreen-Content, der dir noch lange Traffic auf die Website bringt.

6) List-Posts aus bestehenden Blogartikeln kreieren: Kreiere aus mehreren Blogartikeln zu einem Thema einen List-Post (Blogartikel). Nutze auch deine Social-Media-Posts für Listen-Blogartikel. Du kannst zum Beispiel Content zusammenfassen, den du in einem bestimmten Zeitraum veröffentlicht hast. Zum Beispiel in einem Blogbeitrag zum Ende der Woche oder zum Ende des Jahres.

7) Infografik zu Blogartikeln, Videos und Social-Media-Posts erstellen: Visualisiere die wichtigsten Infos aus deinem Blogartikel, Video oder Social-Media-Post in einer Infografik. Infografiken erhöhen den Mehrwert eines Blogartikels und werden gern in Social Media geteilt.

8) Mehrere Blogartikel zu einem E-Book zusammenfassen: Du hast viele nützliche Blogartikel zu einem großen Oberthema geschrieben? Dann fasse diese doch zu einem E-Book zusammen und biete es als sogenanntes Freebie an. Damit kannst du deine E-Mail-Liste aufbauen. E-Books sind auch immer ein guter Bonus zu anderen Angeboten wie Kursen oder Coachings.

9) Zusammenfassung des Blogartikels als Download anbieten: Biete eine Zusammenfassung des Blogartikels (zum Beispiel eine Anleitung) als PDF zum Download an. Vielleicht kannst du auch eine praktische Checkliste zum Blogbeitrag erstellen. Diese sogenannten Content-Upgrades „verlängern“ deinen Blogartikel und helfen dir, deine E-Mail-Liste mit Interessenten zu füllen.

10) Aus einer Podcast-Folge/einem Video einen Blogartikel machen (und umgekehrt): Videos und Podcast-Folgen sollten genau wie Blogartikel gut strukturiert sein. Sonst verlierst du den Leser beziehungsweise Zuschauer und Zuhörer. Aus dem Skript für die Podcast-Folge oder das Video kannst du mit wenig Aufwand einen Blogartikel machen. Manche Podcaster nutzen auch Transkriptionen der Podcast-Folgen als Blogartikel, was ich nur eingeschränkt empfehlen würde. Das gesprochene Wort ist nicht unbedingt gut lesbar.

Du kannst auch umgekehrt einen Blogartikel als Podcast-Folge einsprechen oder in einem Video erklären.

11) Live-Videos bei YouTube hochladen und in den Blog einbinden: Lade deine Instagram- oder Facebook-Live-Videos auf deinem YouTube-Kanal hoch. Dann kannst du das Video auch in den passenden Blogartikel einbauen. Durch ein zusätzliches Medienformat wertest du den Blogartikel auf. Falls du noch keinen Blogartikel erstellt hast: Mach aus deinem Live-Video einen Blogartikel. Vielen, die nicht gern schreiben, fällt diese Vorgehensweise leichter.

12) Podcast-Folge bei YouTube hochladen: Auch wenn YouTube eine Video-Plattform ist, wirst du dort viele Podcast-Folgen finden. Du kannst die Audio-Spur zusammen mit einem passenden Bild und einer Headline in ein Video konvertieren. Einige Podcast-Hoster wie Podigee bieten diesen Schritt automatisiert mit an.

13) Audio-Spur aus einem (Live-)Video als Podcast-Folge verwenden: Wenn du für deine Videos ein gutes Mikrofon verwendest, kannst du die Audio-Spur auch gleichzeitig als Grundlage für eine Podcast-Episode nutzen und noch ein Intro und Outro hinzufügen.

 

Du siehst, es gibt unzählige Möglichkeiten, deinen bestehenden Content clever weiterzuverwenden und dies auch bei neuem Content von vornherein mit einzuplanen. Du solltest dich immer fragen „Was kann ich noch daraus machen?“ und kreativ werden bei der Umsetzung . Denn Content-Recycling beziehungsweise -Repurposing gehört zu einer guten Content-Strategie dazu.

PS: Wenn du aus deinem Longform-Content (Blogartikel, Videos, Podcast-Episoden) nicht mindestens 4 bis 5 andere Content-Formate rausholst, hast du definitiv noch Luft nach oben. ⁣⁠

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