Wie du mehr Persönlichkeit in deine Texte bringst – und nicht wie eine Werbeagentur klingst

Bist du zufrieden, wenn du deine Texte liest? Oder denkst du dir manchmal: Irgendwie klingt das ganz anders, als ich bin? So unnatürlich, aalglatt, zu verkrampft?

Ohne eine ordentliche Portion von dir selbst sind deine Texte so austauschbar wie Pepsi und Coke. Gerade bei uns Solo-Selbstständigen ist die Persönlichkeit entscheidend dafür, warum Menschen uns folgen oder zu Kunden werden. Schließlich gibt es einige Leute da draußen, die etwas Ähnliches anbieten wie du.

Wenn deine Werbetexte nach dir klingen sollen und nicht wie tausend andere, dann ist dieser Blogartikel für dich. Ich zeige dir 7 verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Persönlichkeit in deinen Texten sichtbar machst.

Wie du mehr Persönlichkeit in deine Texte bringst und nicht wie alle anderen klingst

Warum Persönlichkeit eine wichtige Zutat für deine Texte ist

Überleg mal: Welche Texte haben dich bisher zum Nachdenken gebracht? Oder bei welchen hast du das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekommen? Es waren ganz bestimmt Texte, die nicht einfach nur gut lesbar waren. Sie haben etwas bei dir ausgelöst, dich berührt.

Schön klingende Worte wie aus dem Marketing-Handbuch nützen dir nichts, wenn sie keine Aussagekraft haben. Auf manchen Websites reiht sich eine Worthülse an die andere. Im ersten Moment denkst du dir vielleicht „Wow, das klingt aber toll“! Bei näherer Betrachtung stellst du dir dann aber die Frage: Was will mir das Unternehmen eigentlich damit sagen? Was bedeutet das für mich? Was bekomme ich hier?

Solche Texte kannst du weglassen, weil sie nichts bewirken. Du könntest genauso gut ein weißes Blatt Papier veröffentlichen. Wenn du auch solche glatt gebügelten Texte schreibst, kann kein potenzieller Kunde erkennen, warum er ausgerechnet dich wählen soll.

Deine Persönlichkeit ist dein Alleinstellungsmerkmal, dein Markenzeichen, wie es so schön im Marketing-Sprech heißt. Lass sie raus!

Denn erst dadurch wirst du wiedererkennbar. Jeder weiß, wie wichtig Corporate Design ist. Klar, das ist dein optisches Wiedererkennungsmerkmal. Deine Worte machen aber einen Großteil deiner Inhalte aus. Dein „Corporate Wording“, deine Unternehmenssprache ist deshalb mindestens genauso wichtig.

Dann brauchst du dir auch keine Gedanken um Konkurrenz in deinem Bereich machen. Du unterscheidest dich auf jeden Fall durch deine Persönlichkeit. Wenn wir mal ehrlich sind, gibt es schon alle möglichen Inhalte da draußen. Deine Wunschkunden entscheiden im Prinzip nur, von wem sie lernen wollen – welche Art sie anspricht, wen sie sympathisch finden, in welcher Story sie sich wiedererkennen.

Diese Eigenschaften brauchst du für persönlichere Texte

Es ist gar nicht so einfach, die eigene Persönlichkeit nach außen zu zeigen. Denn es sind mehrere Eigenschaften nötig, die vielen nicht leichtfallen.

1. Mut

Du brauchst auf jeden Fall den Mut, zu dir zu stehen, zu deiner Meinung, zu deiner Art, zu schreiben. Das heißt auch, dass du dich davon verabschiedest, allen gefallen zu wollen. Insgeheim haben damit viele zu kämpfen, vor allem Frauen. Mädchen bekommen in unserer Gesellschaft immer noch mit, dass sie in erster Linie lieb und nett sein sollen.

Wenn du mit deiner Stimme schreibst, wirst du anecken. Das wird nicht allen gefallen – soll es aber auch nicht.

2. Lockerheit

Was vielen beim Schreiben fehlt, ist Lockerheit und Spaß. Und das merkt man den Texten dann auch beim Lesen an. Wenn du dir jeden Satz rausgequält hast, wird daraus kaum ein fluffiger Text. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir klarmachst, dass du keinen Schreibwettbewerb gewinnen willst.

Es geht darum, dass du verständliche Texte für deinen Wunschkunden schreibst. Wenn du den genau kennst, kannst du dich mit ihm über deine Texte „unterhalten“. Du schreibst nur für ihn. Und meistens hat er viel mit dir gemeinsam.

3. Klarheit

Wenn du dich nicht hinter leerem unverständlichem Geschwurbel verstecken willst, brauchst du Klarheit. Nutze keine „großen Worte“, wenn es auch einfache tun. Ein aufgeblasener Text ist anstrengend und unsympathisch.

Versuche nicht, superclever zu klingen. Manche wollen in ihren Texten besonders kreativ sein und verwenden Wortspiele, bei denen der Leser dreimal überlegen müsste, um sie zu verstehen. Das macht er aber nicht. Er klickt lieber weiter.

7 Möglichkeiten, in deinen Texten mehr Persönlichkeit zu zeigen

1. Sag deine Meinung

Woran glaubst du? Wofür stehst du mit deinem Business? Ja, es braucht Mut, um offen seine Meinung auszusprechen. Aber schon werden deine Texte weniger beliebig. Du ziehst automatisch die Leute an, die das gut finden, wofür du stehst.

Schließlich willst (und kannst) du doch gar nicht alle ansprechen, sondern nur deinen Wunschkunden, mit dem du gerne zusammenarbeitest. Es wird immer Leute geben, die deine Art nicht mögen – egal, wie sehr du dich bemühst. So what? Dann kannst du dir die Mühe sparen und gleich nur für deine Wunschkunden schreiben.

In deinen Blogartikeln gibst du ihnen Tipps und Empfehlungen – steh zu deiner Meinung und streiche den Konjunktiv „würde ich“ und „könntest du“ aus deinem Wortschatz. Formuliere klar und selbstbewusst. Damit schaffst du Vertrauen. Und das braucht dein Wunschkunde, wenn er bei dir irgendwann mal etwas kaufen soll.

Auf deiner Über-mich-Seite kannst du zum Beispiel ein kleines „Manifest“ schreiben: Wer ist bei dir richtig? Welche Werte, welche Vorlieben haben die Menschen, die du erreichen willst? Auf deiner Über-mich-Seite geht es nicht so sehr um dich, wie es der Name der Seite vermuten lässt.

Deine Persönlichkeit ist ein guter Filter für deine Wunschkunden.

Du brauchst Mut, um persönlichere Texte zu schreiben.

2. Erzähle persönliche Geschichten

Dass Storytelling im Marketing gut funktioniert, ist nichts Neues. Geschichten sind nun mal überzeugender als nüchterne Fakten.

Wenn du deine eigenen persönlichen Geschichten erzählst, werden deine Texte dazu noch unverwechselbar. Ein Kopierschutz sozusagen. Was du zum Beispiel Persönliches erzählen kannst, ohne privat zu werden:

  • Bringe eigene Beispiele aus deinem Unternehmeralltag. Wie gehst du bestimmte Probleme an?
  • Zeige einen Blick hinter „deine Kulissen“. Wie arbeitest du?
  • Teile deine Erfahrungen, die guten und schlechten.
  • Gib weiter, was du aus bestimmten Situationen gelernt hast.

Deine persönlichen Storys machen dich sehr nahbar und geben deinem Wunschkunden die Möglichkeit, sich darin wiederzufinden.

3. Schreib emotional

Emotionen bestimmen unsere Entscheidungen, auch die Kaufentscheidungen. Menschen entscheiden sich emotional und suchen dann sachliche Argumente, um ihre Entscheidung vor sich selbst zu rechtfertigen.

Emotionen verbinden aber auch Menschen miteinander. Denn wir alle kennen bestimmte Gefühle. Wenn du emotionaler schreibst, erzeugst du Bilder im Kopf deines Lesers, die er wahrscheinlich selbst von sich kennt.

Beschreibe detailliert, wie sich etwas anfühlt, anstatt nur die Emotion zu benennen. Statt „ich bin traurig“ zu schreiben, erzählst du zum Beispiel, wie du dich tagelang nur unter der Bettdecke verkrochen und eine Serie nach der anderen geschaut hast, bis sich die Taschentücher neben dir zu einem Haufen aufgetürmt haben.

Wenn du ein sehr emotionaler Mensch bist, werden deine Blogartikel und Social-Media-Posts anders klingen, als wenn du eher der nüchterne, sachliche Typ bist. Deine Begeisterung, deine Leidenschaft, deine Art von Humor und deine leisen Töne sorgen in deinen Texten dafür, dass du dich von anderen unterscheidest.

Dafür musst du sie aber auch ab und zu mal in deinen Texten rauslassen.

4. Schreib mehr, wie du sprichst

Ich weiß nicht, warum die leere weiße Seite bei vielen bewirkt, dass sie sich auf einmal total verkrampft ausdrücken. Einige denken vielleicht, sie müssten sehr förmlich schreiben, um professionell zu wirken.

Das ist Quatsch. Lebendige, verständliche Texte sind der gesprochenen Sprache nahe. Deshalb ist ein wichtiger Tipp: Schreib, wie du sprichst. Das fängt damit an, dass du das Perfekt benutzt und nicht das Präteritum. Wenn wir anderen etwas erzählen, verwenden wir meistens die Form „habe ich XY gemacht“ und nicht „machte ich XY“.

Wenn du das in deinen Texten umsetzt, klingst du wie ein Mensch und nicht wie ein Roboter oder eine Behörde.

Da jeder eine andere Art hat, zu sprechen, werden deine Texte auch automatisch persönlicher.

5. Nutze deine Lieblingswörter

Jeder hat bestimmte Wörter, die er gerne und öfter verwendet. Und welche, die er hasst. Du bestimmt auch. Lieblingswörter sind Ausdruck deiner Persönlichkeit und das ganze Gegenteil von allgemeinem Werbe-Blabla. Sie haben Charakter und passen zu den Eigenschaften deiner Marke.

Sie bestimmen aber auch die Tonalität deines Textes, also ob er eher seriös oder rebellisch, blumig oder schnörkellos klingt. Hast du dich bisher vielleicht nicht getraut, deine Lieblingswörter zu verwenden? Überleg mal, welche positiven Wörter du beim Sprechen häufiger nutzt und die gut zu deinem Business passen.

Dann kannst du dir eine Liste mit diesen Wörtern anlegen, auf die du beim Schreiben immer mal zurückgreifst.

6. Verzichte auf Floskeln und Schlagwörter

Die Verlockung ist manchmal groß, oft gehörte Adjektive und Redewendungen einfach in seinen Texten zu übernehmen. Das hat zur Folge, dass dein Text dann auch so klingt wie alle anderen.

„Innovativ“ ist eines dieser ausgelutschten Adjektive. Sehr viele Firmen schmücken sich auf ihren Websites oder in ihren Broschüren damit, ganz innovativ zu sein. Was das bringt? Nichts. Dieses Wort hat keine Aussagekraft mehr.

Was du stattdessen schreiben solltest: Werde konkret und beschreibe den Benefit für den Leser. Warum ist etwas innovativ? Was genau ist das Innovative daran? Was hat der Käufer davon? Alles andere interessiert ihn sowieso nicht.

Ironischerweise sind „authentisch“ und „Authentizität“ auch gerade solche beliebten Schlagwörter. Jeder verwendet sie, wodurch alle gleich klingen. Dabei ist doch die Absicht hinter diesen Wörtern, „echt“, „natürlich“ und „wie man selbst“ zu klingen. Wie du in diesem Blogartikel siehst, kannst du auch sehr gut ohne diese beiden abgegriffenen Schlagwörter auskommen.

Versuche lieber, dir deinen eigenen Marken-Wortschatz aufzubauen, anstatt abgedroschene Floskeln nachzuplappern. Sorry, da geht bei mir echt die rote Blabla-Warnleuchte an.

7. Sprich deine Leser persönlich an

Damit sich deine Wunschkunden in deinen Blogartikeln und Social-Media-Posts angesprochen fühlen, sprich sie direkt an. Das heißt, du verwendest „du“ oder „Sie“ (je nachdem, wie du mit deiner Zielgruppe kommunizieren willst) und nicht das unpersönliche „Man“.

„Man“ ist eine undefinierte Gruppe, bei der der Leser nicht weiß, ob er gemeint ist oder nicht. Klar, dass er den Text dann nicht so relevant findet. Wer „man“ ganz oft in seinen Texten verwendet, will seinem Leser nicht zu nahetreten. Trau dich, deinen Leser direkt anzusprechen, wenn du ihm zum Beispiel in deinen Texten Tipps gibst.

Jede dieser sieben Möglichkeiten sorgt dafür, dass deine Texte persönlicher werden. Wenn du mehrere davon anwendest, wirst du immer mehr nach dir klingen und damit unverwechselbar. Du musst dich nur trauen!

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